Ein
Review von Carlito Brigante

Max Manus ist nur einer von vielen jungen Männern in Norwegen, die entsetzt sind, als ihr Land in die Hände von Nazi-Deutschland fällt. Zu allem entschlossen tritt der dem Widerstand bei und macht den Besatzern mit ersten Sabotageakten das Leben schwer. Max setzt sich nach Schottland ab, wo er sich militärisch ausbilden lässt: Als er nach Oslo zurückkehrt, gelingt es ihm, in einer spektakulären Aktion wichtige deutsche Kriegsschiffe außer Gefecht zu setzen. Die Antwort der Nazis lässt nicht lange warten: Erbarmungslos macht Gestapo-Offizier Fehmer Jagd auf den Widerstand - viele Freunde von Max sind unter den Opfern. Als der Krieg für die Alliierten schon fast gewonnen ist, bricht Max auf zu einer letzten Aktion... |

|

| Im Handel ab: | 23.07.2010 |
| Anbieter: |
Alive AG
/ Capelight Pictures
|
| Originaltitel: | Max Manus |
| Genre(s): |
Action
|
| Regie: | Joachim Rønning, Espen Sandberg |
| Darsteller: | Aksel Hennie, Agnes Kittelsen, Nicolai Cleve Broch |
| FSK: | 16 |
| Laufzeit: | ca. 117 min |
| Audio: | Deutsch: DTS-HD Master Audio 5.1
Norwegisch: DTS-HD Master Audio 5.1
|
| Bildformat: | High Definition (2.35:1) - 1080p
|
| Medien-Typ: | 1 x Blu-ray
|
| Regionalcode: | B |
| Verpackung: | Steelbook
|
| Untertitel: |
Deutsch,
|
| Extras/Ausstattung: |
- Kinotrailer
- Kapitel- / Szenenanwahl
- Animiertes Menü
- Menü mit Soundeffekten
- Grußwort von Tikken Manus
- Film und Realität (46 min)
- Filmdokumentation (70 min)
- Podiumsdiskussion mit Gunnar Sonsteby
- 10 entfallene Szenen
- visuelle Effekte
|
| Zusatzinfos: |
Erstauflage im Steelbook
Infos zum Film bei der OFDb
Infos zum Film bei der IMDb
|
|

|

Das Bild (2,35:1; 1080p) weist eine sehr gute Schärfe auf. Der Kontrast ist ausgewogen und zeigt auch in dunklen Szenen noch genügend Details. Die Farben wurden nachbearbeitet und sind in der Regel entsättigt. Es gibt je nach Schauplatz und gezeigter Jahreszeit kühle oder warme Töne. Die Kompression ist unauffällig. Es gibt ein leichtes Bildrauschen, das wohl hauptsächlich durch die Körnung des Filmmaterials entsteht.
9 von 10 Punkten

Deutsch: DTS-HD Master Audio 5.1
Norwegisch: DTS-HD Master Audio 5.1
Beide Fassungen weisen eine gute Abmischung auf. Die Dialoge sind stets klar, sauber und verständlich. Neben den ruhigen und verhaltenen Szenen, die sich auf die Frontboxen konzentrieren, gibt es aber auch jede Menge actionreiche Momente mit Schießereien, Explosionen und Flugzeugen. Diese Soundeffekte sind kraftvoll und erzeugen ein dynamisches, räumliches Klangbild. Auch die Musik sorgt zusätzlich für eine gute räumliche Atmosphäre, da sie aus allen Boxen kommt und sich perfekt in die Tonkulisse einfügt. Es gibt optionale deutsche Untertitel.
9 von 10 Punkten

Die Blu-ray ist recht gut mit Extras ausgestattet. Sie enthält: Einen deutschsprachigen Audiokommentar von Darsteller Ken Duken und Co-Produzent Rudi Teichmann, eine Film Einleitung von Tikken Manus (ca. 4 min), die Doku Max Manus – Film und Realität (ca. 46 min), das Making of, hier einfach Filmdokumentation (ca. 70 min) genannt, neun Entfallene Szenen, Outtakes (ca. 3 min), ein Interview mit Gunnar Sonsteby und Tikken Manus (ca. 14 min), Visuelle Effekte (ca. 12 min, HD), eine Bildergalerie (HD), eine Podiumsdiskussion mit Gunnar Sonsteby (ca. 48 min, HD), einen Deutschen Kinotrailer (HD), den Original Teaser und den Original Kinotrailer (HD). Die Extras liegen fast alle in Norwegisch mit optionalen Untertiteln vor.
9 von 10 Punkten

Technisches Fazit: 9 von 10 Punkten
Das Thema Zweiter Weltkrieg ist immer wieder gut für einen Film und besonders europäische Kriegsfilme haben einen eigenen Ansatz. Deutschland hatte seinen SOPHIE SCHOLL – DIE LETZTEN TAGE (2005) von Marc Rothemund, Dänemark seinen FLAMMEN OG CITRONEN (Tage des Zorns, 2008) von Ole Christian Madsen und die Niederlande ihren ZWARTBOEK (Black Book, 2006) von Paul Verhoeven, der ein ähnliches Thema schon 1977 mit SOLDAAT VAN ORANJE (Soldier of Orange) exzellent behandelte. Nun also auch Norwegen und ihr Nationalheld Max Manus.
Max Manus, die Ikone des norwegischen Widerstandes, will stets das Richtige tun. Herumsitzen ist nicht sein Ding. Bereits 1939 geht er als Freiwilliger nach Finnland, um dort im Sowjetisch-Finnischen Winterkrieg gegen die Russen zu kämpfen. So verwundert es nicht, dass er sich schnell dem Widerstand anschließt, weil es ihn ärgert, dass das Land praktisch ohne nennenswerten Widerstand an die Deutschen übergeben wurde, seit es am 9. April des Jahres 1940 die Deutsche Wehrmacht überfiel und besetzte. Und was mit Abenteuerlust gepaarten Patriotismus beginnt, wird schnell zu einem immer gefährlicheren Spiel. Da sie sich mit reinen Propagandaaktionen nicht zufrieden geben wollen, setzen sie vermehrt auf Bombenanschläge. Das stößt auf vehemente Gegenmaßnahmen der Gestapo, die den Widerstand um jeden Preis brechen will. Die Methoden werden härter, brutaler und tödlicher und so wird die Gruppe um Manus nach und nach dezimiert. Auch Max Manus wird durch seine Unaufmerksamkeit und seinen Leichtsinn schnell verhaftet. Um einer intensiven Befragung, sprich Folter, zu entgehen, springt er ohne nachzudenken aus dem Fenster im dritten Stock seiner Wohnung. Diese eher dumme Aktion machte ihn schlagartig berühmt und wurde Teil seiner Legende. Nach seiner Ausbildung in UK kehrte er nach Norwegen zurück und verübte wiederholt Anschläge auf militärische und zivile Einrichtungen der deutschen Besatzer. Manus musste aber damit leben, dass ihre Aktionen nicht unbedingt kriegsentscheidend, sondern eher symbolische Handlungen waren, die der Moral der Bevölkerung dienen sollten.
Auch wird nicht verschwiegen, dass Manus zu Identitätskrisen neigt. Er verfügte über nur wenig Schulbildung und keine Berufsausbildung. Wenn er nicht kämpfen konnte, weil das alles ist was er kann, weiß er nichts mit sich anzufangen. Nach Ende des Krieges fällt er in ein großes Loch und Alkoholprobleme blieben sein ewiger Begleiter. Mit den Erlösen seiner Bücher kaufte er eine kleine Fabrik und wurde mittelständischer Unternehmer.
Dem Regieduo Joachim Rønnings und Espen Sandberg (auch BANDIDAS mit Salma Hayek und Penélope Cruz) gelang mit einem bescheidenden Budget einen nach mehr aussehenden Film zu schaffen. Sie schufen ein aufwendiges Stück Zelluloid, das mehr Thriller als reiner Kriegsfilm ist und dazu Drama-Elemente enthält. Handwerklich ist der Film absolut gelungen. Auch die diversen CGI-Effekte sind gelungen und überzeugend. Die Produktion ist somit auf jeden Fall sehens- und damit empfehlenswert.
Wenn es weniger positives zu erzählen gibt, dann dass das Drehbuch von Thomas Nordseth-Tiller (mittlerweile im Alter von nur 28 an Krebs verstorben), welches auf den beiden autobiografischen Büchern von Manus basiert, „nur“ die wichtigsten biografischen Stationen abhandelt (Flucht nach Schweden, bzw. Schottland, Ausbildung zum Agenten, Sabotageaktionen). Aus Zeitgründen werden viele Ereignisse auch schon mal verkürzt und simplifiziert (allein die Trips nach Schweden und Schottland haben in Wirklichkeit oft Monate gebraucht). Auch ist die Darstellung der Ereignisse ein bisschen zu einseitig und zu glatt. Im Gegensatz zu den anderen obengenannten Filmen gibt es hier praktisch keinen Verrat und keine nennenswerte Kollaboration. In den anderen Filmen geht es gerade um Feinde in den eigenen Reihen, eine Neubewertung, die erst Jahre nach dem Krieg scheinbar möglich war. In Norwegen wollte man aber wohl immer noch nicht den eigenen Leuten ihre noch rosarote Sicht auf die Besatzungsjahre verderben. Mut sieht deshalb anders aus. Vielleicht ist auch das ein Grund, weshalb der Streifen in seinem Heimatland zum erfolgreichsten Film wurde. Und dennoch, davon abgesehen ist MAX MANUS (Norwegen, BRD, 2009) ein zwar konventionell erzählter, nichtsdestotrotz aber spannender historischer Thriller geworden, der sich international nicht zu verstecken braucht.
ANMERKUNG: Empfohlen wird besonders die norwegische OF, da die deutsche Synchro nicht nur alle vorhandenen Sprachen (Norwegisch, Deutsch, Englisch) vereinheitlicht, sondern auch einige Szenen in nicht akzeptabler Weise verändert und damit verfälscht.
| Und das meinen unsere Kollegen... |
 Fazit: 4.5/5 |
Der bisher teuerste und aufwendigste norwegische Film braucht sich nicht hinter internationalen Produktionen zu verstecken. Der Film, der auf einer wahren Begebenheit basiert, ist ein authentisches und aktionreiches Epos über einen norwegischen Widerstandskämpfer im zweiten Weltkrieg. An der technischen Umsetzung seitens Capelight gibt es nur wenig auszusetzen. Sowohl das Bild als auch der To...
[...] Review lesen
|
|