Ein Quickie von Dennis Meihöfer
Unsere Wertung: 
Nach dem offiziellen Protokoll des Kriegsverbrecher-Prozesses.
Grauenhafte Verbrechen gegen die Menschlichkeit – sie gehören ebenso zum Kern des Nationalsozialismus wie Rassenhass und Kriegswahn. Im Nürnberger Kriegsverbrecher-Prozess standen die führenden Vertreter der NS-Vernichtungs-Maschinerie, die sich nicht selbst getötet hatten, vor ihren Richtern. Was dieser Prozess ans Tageslicht brachte, erschütterte die Welt bis ins Mark. Sjöbergs Film dokumentiert den Aufstieg der Nazis und fasst die Dokumente ihres unglaublichen Wütens zusammen, die dem Gericht vorlagen, darunter Filmmaterial, das die Nazi-Mörder selbst von ihren Verbrechen aufnahmen.
DER NÜRNBERGER PROZESS ist eine erschütternde Dokumentation über die damaligen Gräueltaten des Regimes. Die Dokumentation befasst sich weniger mit dem Prozess an sich, sondern zeigt das Videomaterial der drei Anklagepunkte:
Angriffskrieg (Verbrechen gegen den Frieden)
Mord und Misshandlung von Kriegsgefangenen sowie willkürliche Zerstörung (Kriegsverbrechen)
Verbrechen gegen die Menschlichkeit (Mord, Ausrottung, Versklavung beziehungsweise Deportation von Zivilpersonen und Verfolgung aus politischen sowie rassischen Gründen)
Gezeigt werden ausschließlich echte Aufnahmen der damaligen Zeit, die von einem deutschen Sprecher begleitet und phasenweise von Musik untermalt sind. Ab und an wird ein Blick in den Gerichtssaal auf die Täter geworfen, doch nimmt dieser Teil nur sehr wenig Spieldauer in Anspruch. Aus historischer Sicht eine interessante Aufzeichnung, dessen gezeigte Abscheulichkeiten ein grausames Zeugnis des Dritten Reichs darstellen. Lediglich die sehr trockene Erzählweise wird für die meisten jüngeren Zuschauer sicher zu monoton sein.
Das Bild wurde nicht überarbeitet und ist meistens in einer, dem Quellmaterial entsprechenden, miserablen Qualität. Auch die deutsche Dolby Digital 1.0 (Mono)-Tonspur wurde nicht von dem sehr starken Rauschen und den manchmal einsetzenden Störungen beseitigt. Dennoch ist der Sprecher stets gut zu verstehen. An Bonusmaterial gibt es lediglich sieben Trailer.
Besondere Anmerkung des Rezensenten: Die Bewertung der Bild- und Tonqualität ist nach heutigen Maßstäben nicht möglich. Da keine Informationen bekannt sind, ob die vorliegende Dokumentation technisch hätte aufgebessert werden können, ohne der Authentizität zu schaden, gibt es in beiden Kategorien jeweils drei symbolische Punkte. Wer sich für die Thematik interessiert, der sollte trotz der niedrigen Bewertung zugreifen. |