Die Realität, wie sie Lain bisher kannte, zerbricht Stück für Stück vor ihren Augen. Immer mehr bereut sie es, sich in den Strudel aus Informationen und Verwirrungen begeben zu haben. Nun steht sie ganz alleine da und versucht mit Hilfe des Mannes, der sich selbst als „Gott“ bezeichnet, ihre Bestimmung zu ergründen. Doch immer wieder kommen ihr Zweifel; können die Tatsachen, die er vor ihr ausbreitet, wirklich stimmen? Es muss doch etwas Besonderes an ihr sein, wenn sie von angeblichen Verwandten und Geheimdiensten ein Leben lang überwacht und belauert wurde. Den einzigen Ausweg aus ihrer Situation und zugleich Antwort auf alle ihre Fragen findet Lain nur in der Eliminierung aller Erinnerungen an sie! Doch wenn niemand weiß, dass es sie gab - hat sie dann überhaupt je existiert?
Auch die letzten drei Folgen, „INFORNOGRAPHIY“, „LANDSCAPE“ und „EGO“ halten das Niveau der vergangenen 10 Episoden. Bis zuletzt bleibt diese ungewöhnliche Mini-Serie spannend und versteht es, den Zuschauer ein ums andere Mal endgültig aus der Bahn zu werfen. Man kann die Verwirrung Lains geradezu nachvollziehen und mitfühlen, denn uns, den Zuschauern geht es auf der Suche nach dem Sinn ihrer Existenz nicht im Geringsten besser. Wir sind genau so gefangen in einer Welt aus Intrigen und Fehlinformationen. Doch auch nach dem Abspann der letzten Folge hören wir nicht auf nachzudenken. Haben wir wirklich alle Hintergründe verstanden? Wieso gibt es noch so viele offene Fragen? Waren wir aufmerksam genug und haben alle Teile des Puzzles gefunden?
„Serial Experiments Lain“ vergisst man nicht so schnell, und spätestens nach ein paar Tagen, wenn man einige wichtige Elemente immer noch nicht entschlüsselt hat, ertappt man sich dabei, wie man zielstrebig wieder die erste DVD ins Laufwerk legt, um auch die letzten verbliebenen Geheimnisse zu ergründen. Eine fantastische Serie!
Qualitativ gibt es zu den vorangegangenen DVDs keinerlei Unterschiede. Das Bild liegt - wie bei den Folgen zuvor - im 4:3 TV-Format auf der DVD vor und gefällt durch seine Artefaktfreiheit sowie dem guten Schärfepegel. Doch wie auch bei den anderen DVDs kommt der Transfer dieses mal wiederum einige Male etwas aus dem Tritt, was sich in leichten Nachzieheffekten und unsauberen Kanten zeigt.
Beim DTS-Ton ist wieder das bekannte Problem der dumpfen Wiedergabe anzutreffen, weshalb die Wahl auf die wesentlich wohlklingendere Dolby Digital 5.1 Spur fallen sollte, die mit einem ordentlichem Volumen (auch im Tieftonbereich) punkten kann. Die Atmosphäre wird über alle Boxen des Surroundsets aufrecht erhalten, dennoch gibt es keine nennenswerten direktionalen Effekte.
Leider bietet auch das Serien-Finale kaum interessante Extras. Neben den obligatorischen Artworks, die man schon von den vergangenen DVDs kennt, gibt es noch eine knapp 1 minütige, selbstlaufende und musikunterlegte Slideshow. Für Fans des Genres sollte kein Weg an „Serial Experiments Lain“ vorbeiführen. Für mich war diese Mini-Serie die Entdeckung des letzten Jahres, und es freut mich sehr, dass SPV alle Folgen solide umgesetzt hat, wenn es auch ein wenig an Bonusmaterial fehlt.
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